5 Gedanken zu “Melioration? Mehrere Landwirte sagen NEIN!

  1. Wenn man am Ast sägt auf dem man Sitzt !
    In Birrwil gibt es noch 3 Landwirtschaftsbetriebe welche Milch produzieren und 2 welche Mutterkuhhaltung betreiben. Der grösste Milchverarbeiter, Emmi hat diesen Frühling angekündigt, ev. ab 2020 nur noch Milch zu verarbeiten aus Betrieben mit BTS / Raus( Besonders Tierfreundliche Stallhaltung und permanentem Zugang zu Auslauf oder Weide).
    Alle 3 Produzieren in Anbindeställen , welche diese Anforderungen nicht erfüllen. Um weiter Milch produzieren zu können und an Emmi zu liefern müssten die Ställe umgebaut werden. Auch steht die Mutterkuhhaltung zur Debatte, welche die gleichen Anforderungen an die Ställe hat ( BTS/Raus).
    So oder so steht wohl bei den 3 Michviehbetrieben ein Umbau der jetzigen Gebäude an.
    Dazu braucht es eine Baubewilligung, welche an gewisse Auflagen geknüpft ist.
    Die 2 Mutterkuhbetriebe erfüllen diese Anforderungen im Moment für BTS/ Raus, haben aber auch das Problem das der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.
    Mindestabstände von Tierhaltungsanlagen, dazu gibt es einen Fat-Bericht, welche auf der Homepage des Kantons eingesehen werden kann.
    https://www.ag.ch/media/kanton_aargau/dfr/dokumente_3/landwirtschaft_2/bauten_1/4-2-7-3-1_FAT_Bericht_476__1995_D.pdf
    Dieser Bericht stammt von 1995 und ist im Moment in Überarbeitung und man geht davon aus, dass die Mindestabstände für Tierhaltungsanlagen verdoppelt werden.
    In Birrwil gibt es ca. 200 ha Landwirtschaftliche Nutzfläche.
    Durch die Topographie welche unser Dorf aufweist werden ca. ¾ als Grünland genutzt und ¼ als Ackerfläche.
    Auf ca. 150 ha fällt Raufutter an welches mittels Rindviehhaltung veredelt wird. Um Sich ein Bild zu machen wie viel Raufutter pro Jahr anfällt habe ich mir die Mühe gemacht und dieses in Heu umgerechnet welches 88 % Trockensubstanz enthält.
    Dies ergibt sage und schreibe 1193 Tonnen Heu pro Jahr !!
    Um in Zukunft in Birrwil eine Tierhaltung zu betreiben müssen die Betriebe die Möglichkeit haben sich den neuen Vorschriften von Tierschutz und Produktion anzupassen.
    Mit der Melioration wird ihnen das ermöglicht, ansonsten ist es eine Frage der Zeit wie lange in Birrwil noch eine Tierhaltung und die Bewirtschaftung der ca. 150 ha Grünland gewährleistet werden kann.

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  2. Liebe Melioration
    Morgen ist dein Geburtstermin. Während den letzten 4 Jahren durfte ich dich auf deinem Werdegang begleiten. Wir haben in unserer landwirtschaftlichen Parzellenstruktur, im Bach- und Flurwegnetz viel Handlungsbedarf entdeckt, haben diskutiert, Argumente gewälzt und gestritten. Wir haben alles unternommen um dir ein Gesicht zugeben. Nun steht ein Vorprojekt und wir haben eine Ahnung was bei deiner Annahme auf uns zukommen kann. Ich weiss, dass die Erwartungen an dich sehr gross sind und du möglicherweise nicht alle zufriedenstellen vermagst. Bin aber auch überzeugt, dass nicht alles was gegen dich schwarz gemalt wurde, mit Wahrheit begründet werden kann. Sei dir aber bewusst, dass dir Vorbehalte und Unsicherheit begegnen werden. Dir traue ich es zu, dass du der Verunsicherung einzelner Landeigentümer Rechnung trägst und für ihre Anliegen ein offenes Ohr hast.
    Deine Ankunft wird uns alle herausfordern, aber ich glaube wir sind es der nächsten Generation schuldig, die anstehenden Aufgaben anzupacken und sie nicht auf irgendwann zu vertagen. Ohne dein veränderndes Wirken kann ich mir nicht vorstellen wer in Zukunft die kleinen und Kleinstparzellen bewirtschaftet und somit unser attraktives Landschaftsbild intakt hält.
    Ich bin echt dankbar dass es so etwas wie dich gibt! Dank dir helfen uns Bund und Kanton mit 4 Millionen Franken unsere Strukturen zu verbessern aber auch der Natur neue Freiräume zu gewähren.
    Bald ist es soweit und das Berbuer-Stimmvolk wird über dich befinden. Ich wünsche dir viel Kraft und Durchhaltevermögen damit du die Geburt gut überstehst.
    Sei herzlich Willkommen.
    Martin Härri

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  3. Hallo liebe Berbuer. Mein Name ist Michael Gloor,ich bin gelernter Landwirt und Sohn eines Berbuer Landwirts. Zurzeit wohne und bewirtschafte ich einen Pachtbetrieb in Boniswil. Ich wollte nur ein paar Gegenargumente richtig stellen. Argument Nr.2: In der Vorplanung dieses Projekts wurde vorgesehen das Wegnetz zu optimieren und kurz zu halten. Im Model der Vorplanung ist die Länge der Wege kürzer geworden als dies heute der Fall ist. Doch dies ist nur eine Vorplanung und deshalb nicht als fertiges Model zu sehen. – es werden keine Landwirtschaftlichen Bauten realisiert. Es werden nur zukünftige Siedlungsstandorte beschlossen. Argument Nr.3: Es ist nicht gesagt das der Pachtzins steigt. Es kann eine Zinsschätzung gemacht werden und so zu Anpassungen kommen, aber den Pachtzins bestimmt immer noch der Verpächter. Argument Nr.4: Kein Landwirt ist gezwungen Land zu kaufen. Auch wenn er kein Land kauft aus der Genossenschaft, hat er immer noch Anrecht auf sein Anteil Land den er der Genossenschaft gab. Also kein Landverlust. Argument Nr.5: Die Berbuer Landwirte nehmen zusätzlich zu den von ÖLN (Ökologischer Leistungs Nachweis) verpflichteten 7% Ökologischer Ausgleichsfläche auch noch am Landschafts Qualitäts Projekt teil, welches das Landschaftsbild wie auch die Artenvielfalt fördert. Argument Nr.6: Mergelwege sind Naturwege. Bis jetzt wurden die Wege mit grossen Steinen, Beton resten und sogar mit Ziegeln repariert. Argument Nr.7: Birrwil hat bereits jetzt schon rund 20% Ökologische Flächen. Wir sind in unserer Region die Spitzenreiter, fast kein anderes Dorf hat so viel. Weiter ist in der Vorplanung ein Projekt „Retention Krähenloch“ geplant, welches ein Gewässer für den Ökologischen ausgleich ergibt. -Ich möchte niemanden Angreifen mit diesen Worten aber nicht korrekte Argumente zu liefern ist von meiner Seite aus keine gute lösung. Wenn jemand Fragen hat oder Aufklärung zu diesem Thema braucht kann er oder sie sich gerne bei mir melden. Ich kann nicht auf alle Fragen eine Antwort bieten aber ich hoffe ich kann weiter helfen. Natel: 076 506 63 58

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