Eindrücke der Kreisschule Homberg

Im Rahmen des Jugendfestes in Reinach vom 30. Juni – 2. Juli 2017 konnte die Grösse der Oberstufe der Kreisschule Homberg eindrücklich erlebt werden.

Der Saalbau in Reinach mit einem Fassungsvermögen von 500 Personen platzte am Samstag Abend bei der Prämierung der Jugendfest-Events und dem Music-Event der Oberstufe aus allen Nähten, obschon auf eine Bestuhlung verzichtet wurde. Nur ein Teil der Eltern fanden auf der Tribüne einen Sitzplatz, um dem Gesamtchor aus Real-, Sekundar- und Bezirksschülern zuzuhören. Der Hauptsaal war ausschliesslich für die Schüler selbst reserviert. Die Bühne war für den Gesamtchor zu klein, die Band platzierte sich dabei ohnehin schon im Saal.

Seit 3 Jahren besuchen die Berbuer Oberstufenschüler nicht nur die Bezirksschule, sondern auch die Real- und Sekundarschule in Reinach. Beinwil am See besitzt keine Oberstufe mehr. Die Böjuer Oberstufenschüler gehen ebenfalls in Reinach zur Schule.

Zurzeit sind in Reinach insgesamt 470 Jugendliche aus Beinwil am See, Birrwil, Gontenschwil, Leimbach, Reinach und Zetzwil in der Oberstufe. Sie werden von insgesamt 80 Lehrpersonen unterrichtet. Ohne Eltern wären also bei voller Anwesenheit bereits 550 Personen im Saal. In absehbarer Zeit stossen auch noch zirka 60 Menziker Bezirksschüler dazu.

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Würden jeweils alle Elternteile der 470 Schüler dem Event beiwohnen, so benötigt man einen Saal für insgesamt zirka 1500 Personen.

So bedeutet also die Fortführung der Entwicklung der Oberstufe Reinach auch eine notwendige Veränderung von abteilungsübergreifenden Veranstaltungen und Projekten. Schade eigentlich, denn genau diese Projekte sind äusserst wichtig für die Sozialisation einzelner Schüler.

Ein herzlicher Dank geht an die Lehrpersonen und Verantwortlichen, welche die Fülle an Schüler und Eltern im Saalbau bravourös und geduldig meisterten und eine überaus tolle Veranstaltung auf die Beine stellten.

Birrwil ist Teil der Oberstufe der Kreisschule Homberg und finanziert diese mit.

Politisch möchte ich deshalb an dieser Stelle festhalten, dass bei Überschreitung einer bestimmten Schülerzahl, der einzelne Schüler in einer Grossschule wahrscheinlich mehr kostet als in einer Kleinschule, da die Verwaltung immer komplexer und aufwändiger wird, der Schulraum auf mehrere Gebäude verteilt werden muss, sowie Schülerzahlschwankungen einzelner Jahrgänge finanziell viel mehr ins Gewicht fallen.

2 Gedanken zu “Eindrücke der Kreisschule Homberg

  1. Worauf stützt du dich bei der „politischen“ Bemerkung?
    Grössere Schulen sollten sich eigentlich ja wirtschaftlich gesehen schon günstiger führen lassen.
    Verstehe nicht weshalb die Verwaltung einer grösseren Schule aufwändiger sein soll. Auf den/die einzelne SchülerIn runtergerechnet natürlich.

    Spannender als diese Frage finde ich aber die der Qualität. Wie sich da wohl die Grösse auswirkt?
    Denn es ist ja nicht so, dass für Schulbildung in der Schweiz übermässig viel Geld ausgegeben wird. Eher wird dort der Rahmen einfach immer enger gesteckt, weil die Politik lieber Infrastrukturprojekte und Steuergeschenke präsentiert und bei der Bildung höchstens gespart & polemisiert wird.

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    • Ganz einfach: Nehmen wir plakativ an, dass wir ein Schulhaus mit maximal 300 Schülern füllen können. Diese 300 Schüler benötigen eine 100% Anstellung einer Schulleiterin (1 Büro mit 1 Computer) und 200% Anstellung von zwei Sekretärinnen (2 Arbeitsplätze mit 2 Computern). Für das Schulhaus ist eine Reinigungskraft mit 100% Anstellung notwenig. Nun erhöhe ich die Schülerzahl auf 400 Schüler. Daher benötige ich neuen Schulraum mittels Schulhausbau für 100 Schüler, ich benötige eine 33%% Anstellung eines weiteren Schulleiters, welcher trotz seines kleinen Pensums 1 Büro mit Computer braucht. Ich benötige ebenfalls eine 66% Anstellung für eine Sekretärin, auch Sie benötigt einen vollständigen Arbeitsplatz mit Computer, welcher nur zu 66% ausgelastet ist. Ein Computer lässt sich aber nicht wie ein Auto per Kilometer rechnen, er wird auch ohne Benützung sehr schnell alt. Da die notwendige Reinigungskraft nicht nur die weiteren Schulzimmer reinigen wird, sondern ein neues Schulhaus, wird hier wahrscheinlich statt einer 33% Anstellung eine 50% benötigt.. Gehe ich von Reinach aus, welches ein Oberstufenschulhaus beim Hochhaus und nicht in der Nähe des Zentralschulhauses hat, benötige ich zwei Kopieraparate, zwei Lehrerzimmer, zwei Schülerbibliotheken, usw. Je grösser eine Schule, desto vermehrt wird man innerhalb dieser Grossstruktur wieder kleine Einheiten suchen, da auch der fachliche Austausch unter 80 Lehrpersonen sehr in Frage zu stellen ist und wahrscheinlich eher in Kleinteams geschieht. Ich persönlich sehe also kein Sparpotential, ausser dass die Klassengrössen voll ausgelastet sind. Dies wiederum lässt aber keine Flexibilität zu für neu zu verteilende Schüler oder Wechsel von der einen in die andere Stufe. Dass an der Bildung aber grundsätzlich weiter gespart werden soll, ist langsfristig gesehen definitv ein Fehler. Mit jeder Einsparung sparen wir auch an Bildungsqualität ein.

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