Dorfladen oder Dornröschen?

Mit masterlichem Engagement kämpft Fabian Birrer gegen den Dornröschen-Schlaf in unserem Dorf. Er präsentierte als Gegenmittel am Freitag, 27.10.17, in der Chileschüür den 25 interessierten Berbuer die Resultate seiner „Berbuer Umfrog: Ein Dorfladen und Begegnungsort für Birrwil?“

Dabei stellt Fabian fest, dass ein klassischer Laden nicht möglich sei, sonst gäbe es schon lange einen. 110 Personen nahmen an der von ihm lancierten Befragung teil. Grundsätzlich ergab die Umfrage, dass die Befragten die Lebensmittelversorgung in der Umgebung als ausreichend erleben. Es ist ihnen wichtig, die lokalen Landwirte zu unterstützen. Mehrheitlich ist man auch bereit, dafür mehr zu bezahlen. Ebenfalls hat eine Mehrheit das Bedürfnis, im Dorf einzukaufen.

Interessant waren auch die weiteren Rückmeldungen der Befragten. Einige knüpfen den Dorfladen-Bedarf an ihre aktuelle Möglichkeit, mobil zu sein. Aber auch der Standort und das Angebot eines Bankomaten, eines Kafi-Eggen oder von Postdienstleistungen scheinen ein grosses Kriterium zu sein.

Sehr spannend ist die Auswertung des Engagements. Hier wird deutlich, dass die meisten einen Dorfladen mit ihrem Einkauf und nicht mit der persönlichen Mithilfe im Laden selbst unterstützen möchten. Erfreulich ist die Bereitschaft von 64 Befragten, einen Anteilsschein zu erwerben. Dies entspräche insgesamt Fr. 16’000.-.

Weitere Ergebnisse und Interpretationen wird Fabian im Rahmen seiner Masterarbeit voraussichtlich im Februar 2018 präsentieren.

In einem zweiten Teil des Abends waren die Teilnehmer gefordert, in Kleingruppen nicht nur das Angebot als solches, sondern auch die Rentabilität eines Dorfladens zu diskutieren. Spannend dabei, dass jede Gruppe einen „Kafi-Eggen“ oder ähnliches wünschte. Eine Anwesende hat dabei verdeutlicht, dass mehr der Wunsch nach einem Begegnungsort als solches da sei, unabhängig davon, ob dies mittels Dorfladen, Spielplatz, Kafi-Egge oder anderem verwirklicht wird.

IMG_9786Sehr interessant sind auch die politischen Ideen einer Umsetzung. Hierzu gehört die Nutzung der Parterre-Räume des bald leerstehenden alten Schulhauses, die finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde Birrwil in den ersten 5 Jahren oder zumindest der Erlass einer Miete eines Ladenlokals durch die Gemeinde.

IMG_9789Am Abend war auch Meinrad Dörig von Impuls-Zusammenleben anwesend. Er wies auf das Programm Periurban hin, mit welchem Bund und Kantone Projekte fördern, welche den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft und die Integration in ländlichen Regionen stärken. Bis zum Jahr 2020 wäre es möglich, eine fachliche Unterstützung für die Projektentwicklung darüber finanzieren zu lassen. Unter derselben Organisation läuft auch das Projekt Jobwärts, welches Sozialhilfebezüger und Asylsuchende im Bereich gemeinnütziger Tätigkeiten zur Verfügung stellt. Erste Arbeitskräfte für einen Dorfladen könnten so gefunden werden.

Fazit der Veranstaltung: Alles ist möglich, wenn man denn will. Ohne die Weckrufe der Visionäre wie Fabian Birrer (Vision Dorfladen), Lidia Räber (Vision Begegnungsräume) oder Barbara Härri (Vision Spielplatz auf Dorfplatz) wären wir wohl schon lange am schlafen.

Auch wenn es in Berbu bereits Begegnungsorte wie Pilateskurse, gemeinsame Treffen und Vorträge in der Chileschüür gibt, auch wenn es in der Bibliothek einmal im Monat am Samstag einen Kafi-Eggen gibt, scheinen diese Orte nicht alle zu erreichen; oder zumindest der Freiheit, eine Begegnung möglichst zeitnah zum persönlichen Bedürfnis danach zu erhalten, nur bedingt gerecht zu werden.

2 Gedanken zu “Dorfladen oder Dornröschen?

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