Ja Schulhaus Ja

Am 8. Juni 2018 stimmen wir über den Projektierungskredit für den Bau eines neuen Schulhauses bergseitig hinter der Mehrzweckhalle ab. Die Schule ist das letzte Herzstück unserer Gemeinde, da wir unsere Post und Lebensmittelgeschäfte bereits verloren haben. Damit ist unsere Schule die wichtigste Sozialisierungsinstanz und verwurzelt Berbuer Kinder mit unserem Dorf. Daraus entstandene Freundschaften halten oft ein Leben lang.

Die aktuellen und zukünftigen Schülerzahlen zeigen klar, dass Berbu auch längerfristig gesehen eine Schule betreiben darf. Schulhaustechnisch heisst dies aber nicht, dass ein Dorf einfach bauen darf, was es möchte. Die Anzahl der notwendigen Unterrichts- und Gruppenräume ergeben sich aus dem verbindlichen Lehrplan und den Gesetzen des Kantons. Somit ist auch die Infrastruktur mitentscheidend für den Erhalt des Schulstandortes Birrwil.

Mit dem Bau eines neuen Schulhauses gehen übrigens die Räumlichkeiten des alten, bestehenden Schulhauses nicht verloren. Diese werden ebenfalls benötigt und auch in Zukunft genutzt.

Eine moderne und neue Infrastruktur ist auch für die Lehrpersonen motivierend. Im Zeitalter des digitalen Lernens ist wohl eine alte Weltkarte und ein Hellraumprojektor faszinierend, ein kleines kompaktes Schulzimmer kuschelig, aber für die aktuellen pädagogischen Konzepte weniger zielführend. Schliesslich haben alle Blog-Leser von Euch den Führerschein auch nicht mit einem Oldtimer, sondern mit einem zeitgemässen Fahrzeug gemacht; …und die Stimmen, welche nun rufen, das alte Schulhaus habe für sie auch genügt, haben sicherlich weder Internet zum Bloglesen, noch ein Handy zum Telefonieren. Die Zeit bleibt nun mal nicht stehen und nach insgesamt 177 Jahren ist es keine Schande, ein neues Haus für unsere Kinder, für unsere Zukunft, zu bauen. Das bestehende Schulhaus wurde 1841 gebaut und ist damit das älteste öffentliche Berbuer Gebäude vor dem Spritzenhaus 1882 und dem Gemeindehaus 1908. Es wäre schade, dieses geschützte Objekt nochmals in seiner Form und in seinem Charakter zu verändern, anstatt zu erhalten.

Ein ebenfalls wichtiger Aspekt ist die Zusammenführung der aktuell auf 3 Standorte verteilten Klassen- und Kindergartenräume an einem Standort. Nebst diversen verteilten Fachzimmern befindet sich im Moment ein Klassenzimmer im alten Schulhaus, ein Klassenzimmer im Gemeindehaus, der Kindergarten in der Mehrzweckhalle und der Pausenplatz auf dem roten Platz. Die Schulkinder überqueren für die grosse Pause jedes Mal die Strassen. Gemeinsam genutzte Geräte wie die Tablet-Computer und andere Unterrichtsmateralien werden von den Lehrpersonen vom 1. Stock Gemeindehaus über Treppe und Strassen zum 1. Stock Schulhaus, und zurück, getragen. Man kann nur froh sein, trotz dieser umständlichen Gegebenheiten gute und standorttreue Lehrpersonen zu finden.

Mit einem Ja am 8. Juni 2018 sagen wir also nicht nur ja zu einem Schulhaus-Neubau hinter der Mehrzweckhalle, wir sagen auch ja zu unserer Schule und ja zum Erhalt unseres alten Schulhauses in der heutigen Form.

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